Inklusion
Was ist Inklusion – und was hat das mit Bern zu tun?
Inklusion ist kein Randthema. In Bern gibt es noch viel zu tun. Bärähärz macht sichtbar, was Inklusion wirklich bedeutet – und warum Wirtschaft und Bevölkerung gemeinsam gefragt sind.
Eins vorweg: Wir sind keine Inklusionsprofis.
Das ist unser Fachnetzwerk. Für Inklusion und Arbeit im ersten Arbeitsmarkt arbeiten wir mit der Stiftung Profil und Jobtimal zusammen – und mit Blindspot als Projektpartner. Sie kennen das Thema weit besser als wir. Unsere Rolle ist eine andere: Wir bauen die Brücke zwischen diesen Organisationen und der Berner Wirtschaft. Zwischen dem Wollen und dem Tun.
Profil und Jobtimal geben gerne Auskunft zu Inklusion im ersten Arbeitsmarkt.
Was bedeutet Inklusion?
Inklusion bedeutet: Strukturen so gestalten, dass alle von Anfang an dazugehören.
Inklusion ist kein Synonym für Integration. Die Begriffe klingen ähnlich – meinen aber etwas grundsätzlich Verschiedenes. Nicht: Menschen nachträglich in bestehende Strukturen einpassen. Sondern: Barrieren von Anfang an ausschliessen. Der Unterschied klingt klein. Er ist es nicht.
Integration
Leitfrage: Wie kann jemand in ein bestehendes System aufgenommen werden?
Logik: Das System bleibt unverändert. Die Person passt sich an.
Inklusion
Leitfrage: Wie muss ein System gestaltet sein, damit alle von Anfang an dazugehören?
Logik: Barrieren werden strukturell erkannt und von Anfang an mitgedacht.
Inklusion in Bern – wo stehen wir?
Kanton Bern hat das Potenzial, bei der Inklusion eine Vorreiterrolle einzunehmen. Noch ist der Weg weit. Diese Zahlen zeigen, warum es jetzt braucht.
40'000+
Personen werden allein durch die IV-Stelle Kanton Bern begleitet.
4 von 5
Menschen mit Beeinträchtigungen fühlen sich in mindestens einem Lebensbereich stark ausgeschlossen.
79 %
der Betroffenen schätzen ihre Chancen auf eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt als gering ein.
50 %
der Betroffenen mit eingeschränkten Chancen nennen die fehlende Bereitschaft von Unternehmen, Menschen mit Beeinträchtigungen einzustellen, als zentrale Hürde.
2 von 5
sehen zu wenige geeignete Arbeitsplätze oder Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit als Hindernis.
2'092
Menschen konnten im Kanton Bern 2024 in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Quellen: Pro Infirmis, Inklusionsindex 2026 · Studie zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz · Stiftung Profil – Arbeit & Inklusion · IV-Stelle Kanton Bern · Bundesamt für Statistik
Inklusion ist mehr als Beeinträchtigungen
Das Themenfeld Inklusion ist breit. Bärähärz engagiert sich nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigungen – sondern für alle, die von bestehenden Strukturen ausgeschlossen werden. Vier Bereiche, die uns bewegen:
Arbeit & Bildung
Zugang zu Ausbildung, Arbeit und beruflicher Entwicklung – unabhängig von Beeinträchtigung, Herkunft oder persönlichen Voraussetzungen.
Vielfalt & Chancengleichheit
Gleiche Chancen und Zugehörigkeit – unabhängig von Herkunft, Sprache, Kultur, Geschlecht, Alter oder individuellen Voraussetzungen.
Gesundheit & Barrierefreiheit
Physische und psychische Gesundheit sowie barrierefreier Zugang zu Mobilität, Gebäuden, öffentlichem Raum und gesellschaftlichen Angeboten.
Teilhabe & Gemeinschaft
Begegnung, Mitwirkung und soziale Teilhabe – im Quartier, in Vereinen, Institutionen und im gesellschaftlichen Leben.
Warum Bern seine Wirtschaft braucht – und warum du gefragt bist
Inklusion in Bern ist noch nicht dort, wo sie sein sollte. Das ist kein Vorwurf. Es ist eine Einladung.
Der Kanton Bern kann Inklusion nicht allein voranbringen. Es braucht die Berner Wirtschaft – nicht nur als Arbeitgeber, sondern als aktiven Mitgestalter. Als Finanzier. Als Vorbild. Unternehmen, die Inklusion ernst nehmen, stellen Mittel zur Verfügung, die der Staat allein nicht aufbringen kann. Und sie setzen Standards, die andere übernehmen.
Aber Inklusion beginnt nicht nur in Unternehmen. Sie beginnt in den Köpfen. Bei dir. Bei deinen Mitarbeitenden. In deinem Quartier. Wer Inklusion nicht kennt, kann sie nicht voranbringen. Wer sie versteht, handelt anders – im Kleinen wie im Grossen. Das ist Sensibilisierung. Und dafür steht Bärähärz.
Die häufigsten Barrieren – sichtbar und unsichtbar
Barrieren sind nicht immer sichtbar. Sie können räumlich, digital, sprachlich oder gesellschaftlich entstehen – und Menschen daran hindern, gleichberechtigt teilzuhaben. Entscheidend ist deshalb, Zugänge von Anfang an für unterschiedliche Bedürfnisse mitzudenken.
1
Physische & räumliche Barrieren
Stufen ohne Rampen, fehlende Lifte, unzugängliche WCs oder fehlende Leitsysteme erschweren den Zugang zu Gebäuden, Mobilität und öffentlichem Raum.
2
Digitale & kommunikative Barrieren
Nicht barrierefreie Websites und Apps, fehlende Untertitel oder Gebärdensprache, komplizierte Formulare und schwer verständliche Informationen erschweren den Zugang zu Angeboten und Dienstleistungen.
3
Sprachliche & kulturelle Barrieren
Komplexe Sprache, fehlende Übersetzungen sowie sprachliche oder kulturelle Hürden können den Zugang zu Bildung, Arbeit, Behörden und gesellschaftlicher Teilhabe erschweren.
4
Soziale & strukturelle Barrieren
Vorurteile, Diskriminierung, Berührungsängste und nicht inklusive Strukturen können Chancen bei Arbeit, Bildung, Wohnen und gesellschaftlicher Teilhabe einschränken. Auch rechtliche, finanzielle oder psychologische Hürden können den Zugang zusätzlich erschweren.
Inklusion beginnt dort, wo wir Barrieren erkennen, Menschen einbeziehen und gemeinsam Zugänge schaffen.
Häufige Fragen zur Inklusion
Was ist der Unterschied zwischen Inklusion und Integration?
Integration fragt: Wie kann jemand in ein bestehendes System aufgenommen werden? Inklusion fragt: Wie muss ein System gestaltet sein, damit alle von Anfang an dazugehören? Bei der Integration passt sich die Person an. Bei der Inklusion passt sich die Struktur an.
Wie weit ist Bern beim Thema Inklusion?
Kanton Bern begleitet über 40'000 Personen durch die IV-Stelle. 4 von 5 Menschen mit Beeinträchtigungen fühlen sich in mindestens einem Lebensbereich stark ausgeschlossen. Bern hat Potenzial – aber die Wirtschaft, der öffentliche Raum und die Haltung der Bevölkerung können sich alle noch weiterentwickeln. Bärähärz will dabei helfen.
Ist Inklusion nur ein Thema für Menschen mit Beeinträchtigungen?
Nein. Inklusion betrifft alle, die von bestehenden Strukturen ausgeschlossen werden: Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit Migrationsgeschichte, psychischen Erkrankungen oder Kinder in nicht inklusiven Schulen. Bärähärz versteht Inklusion bewusst breit.
Was ist Bärähärz und was macht der Verein in Bern?
Bärähärz ist ein gemeinnütziger Verein aus Bern, gegründet 2025 von Berner Unternehmer:innen und Führungskräften. Jedes Jahr unterstützt der Verein ein konkretes Inklusionsprojekt in Bern – durch eine Charity Auktion, öffentliche Sensibilisierungsprojekte und die Vernetzung von Wirtschaft und Fachorganisationen.
Wie kann ich oder mein Unternehmen Bärähärz unterstützen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Teil von Bärähärz zu werden: Unternehmen können eine Partnerschaft ab CHF 1'000 pro Jahr eingehen. Privatpersonen können direkt spenden oder ab CHF 64 pro Jahr Privatgönner:in werden. Zudem kann jede und jeder die Charity Auktion besuchen, mitbieten oder ein Auktionsobjekt zur Verfügung stellen.
Drei Wege, eine gemeinsame Wirkung.
Mehr Sichtbarkeit, mehr Begegnungen – für eine Wirtschaft ohne blinde Flecken.
Ticket kaufen und mitbieten
Wer teilnimmt, erlebt das Projekt direkt, unterstützt den Anlass und trägt mit jedem Gebot zum Spendenziel bei. Die Erlöse aus der Versteigerung fliessen vollständig ins Spendenprojekt 2026.
Zur Auktion beitragen
Unternehmen können die Charity Auktion als Partner unterstützen, Sach- oder Dienstleistungen einbringen oder ein eigenes Auktionslos stiften. Jeder Beitrag hilft, das Spendenziel zu erreichen.
Impact-Partner werden
Als Impact-Partner unterstützt dein Unternehmen Bärähärz langfristig. Die Mittel ermöglichen weitere Projekte, die Inklusion in Bern sichtbar und erlebbar machen – und die Wirtschaft stärker in die Verantwortung einbinden.
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